Hochwasserschutz Region Wil

Das vorliegende Hochwasserschutz-Projekt ist das Resultat eines längeren, intensiven Prozesses. Alle Beteiligten – Gemeinden, Kantone und der Bund – stehen gemeinsam hinter dem ausgearbeiteten Projekt. Sie sind sich einig: Das Projekt muss jetzt umgesetzt werden. Es ist aus folgenden Gründen wichtig – und notwendig.

Bevölkerung und Sachwerte schützen

Bestehende und zukünftige Siedlungsgebiete sowie Landwirtschaftsgebiete von Rickenbach und Wilen, die Autobahn A1 und angrenzende Industriegebiete der Stadt Wil sollen zukünftig vor Überflutungen geschützt werden.

Jetzt handeln

Dichte Besiedlung und vernetzte Infrastruktur lassen wenig Spielraum. In einem intensiven Planungsprozess wurden verschiedene Lösungsansätze untersucht. Nun liegt eine Variante vor, die den gestellten Anforderungen entspricht. Auch der Kostenteiler wurde von den Projektbeteiligten abgesegnet.

Gemeinsam handeln

Nur ein gemeindeübergreifendes Gesamtprojekt mit Massnahmen an den vier Gewässern Alp-, Krebs-, Hueb- und Meienmättelibach ist nachhaltig: Es bringt den nötigen Schutz, verbessert die Wasserqualität und wertet den Lebensraum für Tiere und Pflanzen auf.

Auflageprojekt 2019 (Entwurf April 2019)

Für die geplante Huebbachleitung wurde eine neue Linienführung festgelegt. Neu soll ein Stollen unter dem Hummelberg das Wasser aus dem Huebbach südlich von Wilen in den Alpbach führen. Diese Lösung ist kostenneutral gegenüber der bisher geplanten Linienführung entlang der Autobahn und beansprucht weniger Kulturland. Auf den Rückhalteraum am Huebbach westlich von Wilen kann verzichtet werden. Lediglich bei sehr grossen Regenereignissen ufert der Huebbach vor dem Stollen aus. Der Alpbach Oberlauf wird weiterhin Richtung Wilen ausufern. Das Wasser wird jedoch am südlichen Siedlungsrand durch den neuen offenen Huebbach in den Alpbach zurückgeleitet. Der Landbedarf kann reduziert werden, ohne die ökologische Qualität des Projektes zu schmälern.

Parallel zu den bereits angekündigten verschiedenen baulichen und ökologischen Abklärungen an den vier Bächen in Rickenbach, Wilen, Sirnach und wil wird das Auflageprojekt weiter konkretisiert. Dies mit dem Ziel, den verschiedenen Interessensgruppen im Herbst 2019 ein parzellenscharfes Hochwasserschutzprojekt vorzustellen.

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Abflusskapazität vergrössern

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Regen-Ereignisse, die statistisch alle 30 Jahre auftreten (HQ30), überfluten Industriegebiete der Stadt Wil, die Autobahn A1 sowie Landschafts- und Siedlungsgebiete von Rickenbach - trotz der geplanten Erweiterung der Rückhalteräume "Weiherwiese" und "Rossrüti" in der Stadt Wil. Deshalb werden die Profile von Krebs- und Alpbach vergrössert und - soweit möglich - revitalisiert.

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Bachumleitung und Revitalisierung

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Vernetzung der Lebensräume: Der Krebsbach wird neu gestaltet und an den Bahndamm verlegt. Ein neuer Spazier- und Veloweg verbindet Rickenbach und Wil. Der Hueb- und der Meienmättelibach werden - wo es möglich ist - offen geführt.

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Grössere Bachleitungen

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Mehr Platz für den Hueb- und den Meienmättelibach in neuen Leitungen heisst mehr Schutz für das Siedlungsgebiet von Wilen.

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Objekte und Gebiete schützen

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Individuelle Leitstrukturen schützen bestehende Gebäude und Siedlungsgebiete.

Vorprojekt 2015

Mit dem Vorprojekt 2015 wurden konkrete Massnahmen erarbeitet. Der Huebbach wird südlich der A1 geführt, ein zusätzlicher Dücker entlastet den Krebsbach, der Meienmättelibach soll südlich von Wilen aufgewertet werden und die Vergrösserung des Alpbachs führt zum geplanten Hochwasserschutz.

 

Das Resultat war eine Karte mit 5 unterschiedlichen Massnahme Typen. Diese wurden an der ersten öffentlichen Informationsveranstaltung vom 20. Juni 2018 vorgestellt.

Variantenstudium 2014

In einem ausführlichen Variantenstudium wurden mehrere Grobvarianten geprüft und bewertet. Die besten Bewertungen erhielten Variante 1 und Variante 2 (vgl. Karte unten).

Variante 1 (Bestvariante)
Ausbau Situation heute (2. Düker)

Vorteile

  • Bestes Nutzen-Kosten Verhältnis
  • Keine Behinderung der A1
  • Nur ein System / weniger Unterhaltslänge
  • Abflussregime bleibt gleich

Nachteile

  • Komplizierte Leitungsführung Entlang A1

 

Variante 2
Entlastungskanal über ARA Freudenau

Vorteile

  • Kleinerer Platzbedarf des Krebsbaches

Nachteile

  • Sehr hoher Investitionskosten
  • Eingedoltes Gewässer auf weiter Strecke
  • Zwei Systeme müssen unterhalten werden
  • Komplizierter Ausbau nördlich der A1

Fazit

Die Variante 2 "Entlastungskanal über Freudenau" hat mit Investitionskosten von ca. 44. Mio Fr. ein deutlich schlechteres Nutzen-Kosten Verhältnis. Die Standortgemeinden und das ASTRA enschieden sich deshalb für die Weiterführung der Variante 1 "Ausbau Situation heute". Der Meienmättelibach soll in die weitere Projektierung aufgenommen werden.